Wissenswertes rund um den Kontrabass

Kontrabass Größen

Der gr√∂√üte Kontrabass ist der 4/4 Bass. Er ist aber gegen√ľber dem 3/4 Kontrabass um einiges unhandlicher und ist auch nicht so starkt verbreitet wie die 3/4 Gr√∂√üe. Zudem macht die oftmals sehr gro√üe Mensur, also die schwingende Saitenl√§nge, das Spiel anstrengend und m√ľhevoll, da die einzelnen Finger f√ľr eine saubere Intonation sehr stark gespreizt werden m√ľssen. Eine Mensur √ľber 107 cm ist als 4/4 Bass einzustufen, 103 – 106 cm sind dann 3/4 B√§sse. Nat√ľrlich haben andere Ma√üe auch noch Einfluss auf die Gr√∂√üenbestimmung und es gibt wie √ľberall auch Ausnahmen,¬†aber ganz grob kann man sich an der Mensur orientieren.


Die g√§ngigste Kontrabassgr√∂√üe ist also der 3/4‚Äö Bass, ganz unabh√§ngig vom Musikstil, der mit dem Bass gespielt wird. Das Gewicht eines 3/4 Kontrabasses liegt √ľbrigens bei ca. 12 kg.¬†Frauen verkaufe ich gelegentlich auch einen 1/2 Kontrabass, der doch um einiges handlicher und leichter zu greifen ist. Speziell die k√ľrzere Mensur erleichtert das Spiel f√ľr eine zarte Frauenhand. Bei den noch kleineren Kontrab√§ssen spricht man dann von Kinderkontrab√§ssen. Seit es Kinderb√§sse in verschiedenen Gr√∂√üen gibt, erlebt das Bassspiel bei Kindern einen gewaltigen Aufwind. Es gibt jedoch zur genauen Gr√∂√üenbestimmung einige Eckpunkte, welche unbedingt ber√ľcksichtigt werden sollten. So ist nicht nur der passende Kinderkontrabass wichtig, sondern ebenso ein kleinerer Kinderbassbogen, wobei nicht nur die L√§nge der Bogenstange k√ľrzer sondern auch die H√∂he des Bogenfrosches proportional niedriger sein sollte.


Bei den Saiten empfehle ich, auf jeden Fall auf die Instrumentengr√∂√üe abgestimmte Kontrabasssaiten zu verwenden. Saiten f√ľr gr√∂√üere Instrumente einfach nur zu k√ľrzen ist hier ein schlechter Rat, da die Saitenst√§rke und -spannung auf die jeweilige L√§nge abgestimmt ist. Falsche Saitengr√∂√üen klingen entweder nicht oder sind zu dick f√ľr die kleinen Kinderfinger.

Lagerung

Lagerungs deines Kontrabasses

‚ÄěEin Riss?? Aber woher denn? Der Kontrabass steht doch immer in einer ruhigen Ecke neben dem Kachelofen!‚Äú Diese Meldung bekam ich von einem Kunden vor Jahren zu h√∂ren.


Man bedenke, dass der Kontrabass aus Holz, einem Naturmaterial, gefertigt ist. Deshalb reagiert er auch auf s√§mtliche Ver√§nderungen der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Letztere wird von Musikern oft untersch√§tzt. Sie begn√ľgen sich damit, das Instrument in einem Raum mit nahezu gleichbleibender Temperatur aufzubewahren.


Besonders in den Wintermonaten haben wir in unseren Breitengraden eine sehr trockene Luft. Somit trocknet die Luft auch den Kontrabass aus. Das Holz schwindet, schrumpft also, und es entstehen Spannungen im Instrument, welche sehr oft in Rissen enden. Die Folge sind teure Reparaturen, welche eigentlich recht leicht zu verhindern wären. Achten Sie ab der Heizperiode auf die Luftfeuchtigkeit in dem Raum, in welchem die Bassgeige steht. Der Wert der Luftfeuchtigkeit sollte niemals unter

40 % sinken, besser sind auf jeden Fall 50 %. Wie hoch der Wert sein soll, ist nat√ľrlich von Ort zu Ort verschieden. Haben sie im Sommer eine Luftfeuchtigkeit von √ľber 90 % sind 40 % im Winter nat√ľrlich zu wenig. Entscheidend ist, dass der Unterschied zwischen Winter und Sommer nicht zu gro√ü ist. Da bei uns die Luftfeuchtigkeit im Winter auf bis zu 20 % absinken kann, w√§re es fatal, √ľberhaupt nichts zu unternehmen. Sie werden es selber an den Schleimh√§uten sp√ľren, dass eine h√∂here Luftfeuchtigkeit auch f√ľr den Menschen viel angenehmer ist.


Zur Luftbefeuchtung gibt es die verschiedensten Ger√§te: vom einfachen Bassbefeuchter, zum Beispiel der Firma Dampit, der durch ein F-Loch in den Bass geh√§ngt wird und dort Feuchtigkeit an den Bass abgibt, bis zum Luftw√§scher der Firma Venta, welcher die Luft reinigt und gleichzeitig ger√§uscharm, wartungs- und kosteng√ľnstig das Raumklima verbessert. Ich verwende den Luftw√§scher in meinem Gesch√§ft seit Jahren erfolgreich.


Neben der Luftfeuchtigkeit ist direkte Sonneneinstrahlung wegen der Wärmeentwicklung ebenfalls zu vermeiden, sei es im Zimmer, wo der Kontrabass steht oder im Auto.

Preise und Qualitäten eines Kontrabasses

Grundsätzlich unterscheidet man bei Kontrabässen 3 verschiedene Qualitätsstufen:

  • der gesperrte Kontrabass, bei dem Decke und Boden aus gesperrtem (also schichtverleimtem ) Holz sind
  • der halbmassive Kontrabass, bei dem die Decke aus massivem Holz, der Boden aber gesperrt ist
  • der vollmassive Kontrabass, bei dem Decke und Boden aus massiven H√∂lzern sind

Nat√ľrlich gibt es noch viele weiter Kriterien wie die Holzart und Holzqualit√§t, die Verarbeitung, die Lackierung, das verarbeitete Griffbrettholz, das Alter usw. Auch muss ber√ľcksichtigt werden, ob es sich um einen Fabriksbass, einen Kontrabass, welcher von mehreren Bassbauern gemeinsam gebaut wurde oder um einen Meisterkontrabass handelt.

Normalerweise wird f√ľr die Decke eigentlich nur Fichtenholz verwendet, nat√ľrlich gleichm√§√üig gewachsen und frei von √Ąsten. Tonholz, welches f√ľr den Instrumentenbau verwendet wird, sollte mindestens 10 Jahre gelagert worden sein, da es sich ansonsten bei der Verarbeitung noch stark verzieht , was wiederum zu Rissen f√ľhren kann. Beim Boden ist die Holzwahl nicht ganz so klar. Meistens wird Ahorn verwendet, auch hier gibt es die unterschiedlichsten Qualit√§ten, vom einfachen glatten Ahorn bis hin zu einem stark geflammten Ahornholz, welches mit dem richtigen Lack eine wahre Augenweide sein kann. Was den Klang betrifft, klingt jedoch ein stark geflammtes Holz nicht zwangsl√§ufig besser als ein glattes oder wenig geflammtes Holz. Oft wird auch Pappel als Holz f√ľr den Boden verwendet. Diese B√§sse sind meistens etwas leichter. Esche ist auch eine verwendete Holzart, sehr oft sch√∂n geflammt.


Es n√ľtzt jedoch der beste Kontrabass nichts, wenn er nicht gut eingestellt bzw. spielbar ist. Das ist nun die Arbeit des Instrumentenbauers. Ich √ľberarbeite bei allen B√§ssen das Griffbrett, sodass es eine perfekte, leichte W√∂lbung nach innen aufweist. Oftmals sind billige Stachel verbaut, welche nach kurzer Zeit st√∂rende Ger√§usche entwickeln. Solche „√úbelt√§ter“ geh√∂ren nat√ľrlich ausgetauscht. Obersattel, Saitenkerben und Untersattelh√∂he werden ebenfalls kontrolliert und bei Bedarf nachgearbeitet. Ein passender Stimmstock und zuletzt ein perfekt angepasster und aufgeschnittener Steg runden das ‚ÄěSetup‚Äú eines Basses ab.


Da diese Arbeiten sehr zeitaufw√§ndig sind und die gleiche Zeit bei einem billigen Sperrholzbass wie bei einem vollmassiven Meisterbass beanspruchen, wird klar, dass ein gut eingestellter und funktionierender Kontrabass unter ‚ā¨ 2000.- eigentlich nicht zu bekommen ist.


Oft werde ich nach gebrauchten Kontrab√§ssen gefragt, da der Kunde annimmt, ein gebrauchter Kontrabass sei billiger als ein neuer. Hier m√∂chte ich aber immer auf die Qualit√§t des Instrumentes hinweisen. Ein Sperrholzkontrabass von einfacher Ausf√ľhrung und Qualit√§t kann gebraucht schon einmal etwas g√ľnstiger sein, handelt es sich aber und ein gutes Instrument, so h√§lt sich der Wert, er kann sogar steigen, sofern der Kontrabass keine gr√∂√üeren Sch√§den aufweist.


Ganz grob und unverbindlich könnten die Preise so gestaffelt werden:


Sperrholzbass ab ‚ā¨ 1.500.-

Halbmassiver Kontrabass ab ‚ā¨ 2.500.-

Massive B√§sse ab ‚ā¨ 3.500.-

Kontrabass-Pflege

Auch wenn der Kontrabass keine gr√∂√üere Pflege beansprucht, so k√∂nnen doch ein paar kleine, regelm√§√üige Wartungen den Zustand positiv beeinflussen. So sollte nach jedem Spiel der Kolofoniumstaub von der Decke gewischt werden. Dazu eignet sich ein einfaches Baumwolltuch, z. B. ein altes T-Shirt. So wird verhindert, dass sich das Kolofonium am Lack festfrisst und nur mit sehr starken L√∂sungsmitteln oder mit abrasiven Poliermitteln wieder entfernt werden kann. Beides ist nicht wirklich gut f√ľr den Lack und ist zudem recht arbeitsintensiv.


Ebenso sollte der Handschweiß nach dem Spiel vom Griffbrett und dem Hals weggewischt werden. Von Zeit zu Zeit empfehle ich mit einem Saitenreiniger die Saiten zu reinigen. Hier ist höchste Achtsamkeit geboten, dass kein Tropfen auf den Lack gerät, da der Saitenreiniger den Lack auflösen könnte.


Die richtige Position des Steges ist ebenfalls sehr wichtig. Durch den ungleichen Saiteneinfallswinkel am Steg, haupts√§chlich aber durch das Stimmen des Basses, bei dem die Saiten und auch ein wenig der Steg Richtung Griffbrett gezogen werden, verbiegt sich mit der Zeit der Steg nach vorne und wird krumm. Um dem entgegenzuwirken, sollte der Steg hin und wieder geradegerichtet bzw. zur√ľckgezogen werden. Im Idealfall macht das der Instrumentenbauer, der die n√∂tige √úbung darin hat. Mit ein wenig Geschick kann das der Bassist aber auch selber. Man legt den Bass dazu mit der Bodenseite auf einen Teppich am Boden. Nun l√∂sen Sie ein wenig die Saiten um den vollen Druck der Saiten auf den Steg zu mindern ( nicht komplett locker machen, dann k√∂nnte der Stimmstock umfallen), knien sich an das untere Ende des Basses, wo der Stachel herauskommt, und ziehen nun ein wenig den Steg zu sich und zwar so, dass der Steg nicht die Stelle auf der Decke ver√§ndert, sondern nur oben wo die Saiten √ľber den Steg laufen. Sie kippen also den Steg an der gleichen Position auf der Decke leicht zu sich. Wenn Sie nun den Steg leicht zu sich gezogen haben, sehen Sie, dass die F√ľ√üchen, die im Normalfall perfekt auf der Decke aufliegen sollten, auf der Griffbrettseite einen kleinen Spalt zur Decke aufweisen. Unter klein verstehe ich, dass Sie ein Blatt Papier hineinschieben k√∂nnen, nicht mehr!! Wenn Sie nun die Saiten wieder stimmen, wird der Steg wieder leicht nach vorne gezogen und die F√ľ√üchen liegen wieder perfekt auf der Vorder- und Hinterseite an.


Kontrollieren Sie hin und wieder den festen Sitz des Stachelgummies. Ein Stachelgummi der durchgewetzt oder ganz verschunden ist, hinterl√§sst √ľble Kratzer auf dem Boden.

Auch die Bassmechanik freut sich wie alle Metallverbinungen hin und wieder √ľber einen kleinen Tropfen √Ėl. Sie k√∂nnen dazu normales N√§hmaschinen√∂l verwenden. Aber nicht zuviel und wirklich nur die Metallteile √∂len, keines Falls die Metallwirbel im Wirbelkasten.


Als letztes m√∂chte ich zur Verwendung eines Bassschoners oder Bass-Sch√ľrze raten. Dadurch kann man mit wenig Aufwand die h√§sslichen Lackkratzer an der Zarge vermeiden, welche ansonsten aufw√§ndige und vor allem kostspielige Lackretuschen n√∂tig machen. (Zudem kann man sich vor dem anstehenden Basssolo den Angstschwei√ü von der Pfote wischen ūüėČ )

Sonderanfertigungen

Oft werde ich mit der Anfrage nach einem bundiertem Kontrabass konfrontiert. Grunds√§tzlich ist es kein Problem, in einen Kontrabass im Nachhinein B√ľnde einzubauen. Voraussetzung ist nat√ľrlich ein perfekt abgerichtetes Griffbrett, in das dann die Metallb√ľnde eingeklopft werden. Ich weise aber meine Kunden immer ganz deutlich darauf hin, dass sich der Klang des Basses stark ver√§ndert. Der Eigenklang des Instrumentes wird doch um einiges sch√§rfer und h√§rter und entfernt sich vom warmen Sound eines Kontrabasses. Der Preis f√ľr so einen Umbau liegt je nach Zustand des Griffbretts zwischen ‚ā¨ 500.- und ‚ā¨ 800.-

Wir haben auch Kontakt zu ambitionierten Airbrushern, welche einen Bass ganz nach Ihren W√ľnschen gestalten k√∂nnen. Von einer Flammenlackierung bis hin zum Feuer speienden Drachen ist alles m√∂glich. Oder Sie w√ľnschen sich einen Bass mit L√∂wenkopf? Wenn Sie uns Ihre W√ľnsche mitteilen, k√ľmmern wir uns sehr gerne um deren Umsetzung.